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Der Architekt Egon Eiermann und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche - Vortrag (2G)

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Der Architekt Egon Eiermann und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche - Vortrag (2G)


Datum Freitag, 10. Dezember 2021, 19:00 Uhr
Standort Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin
Mitwirkende
Dr. Gerhard Kabierske
Der Architekt Egon Eiermann und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche - Vortrag (2G)

Vortrag anlässlich des 60. Jubiläums

Dr. Gerhard Kabierske, saai Karlsruhe

Egon Eiermann (1904-1970) gehörte zu den bedeutendsten deutschen Architekten der 1950er- und 1960er-Jahre in Deutschland und prägte darüber hinaus als Hochschullehrer Generationen von Architektinnen und Architekten. Für die Brüsseler Weltausstellung 1958 entwarf er zusammen mit Sep Ruf den deutschen Pavillon oder genauer: eine Gebäudegruppe aus acht Pavillons, als Symbol eines neuen, zugleich bescheidenen und weltoffenen Nachkriegsdeutschlands; 1959 – 1964 errichtete er das Kanzleigebäude der bundesdeutschen Botschaft in Washington D. C. und 1965 – 1969 den „Langen Eugen“, das Abgeordnetenhochhaus des Deutschen Bundestages in Bonn mit seiner für diesen Architekten charakteristischen geradlinigen und zugleich filigranen Struktur. Diese lässt sich auch z. B. an Eiermanns Scheibenhochhaus im Berliner Hansaviertel erkennen und ebenso an den einzelnen Teilgebäuden der Kirche auf dem Breitscheidplatz.  

Dass er, der ansonsten vor allem repräsentative Verwaltungsgebäude und Industriebauten geschaffen hat, beim Wettbewerb für den Neubau der Gedächtniskirche den ersten Platz belegte, wurde außerhalb der Fachwelt zunächst eher mit Verwunderung und teilweise sehr kritisch wahrgenommen, wiewohl Modernität für diese neue Berliner Hauptkirche ausdrücklich gewünscht war. Der Auftrag für den bis dahin einzigen von ihm realisierten Kirchenbau, die Matthäuskirche im Pforzheimer Stadtteil Arlinger, war Eiermann fast zufällig zugewachsen. Ihre leuchtenden Wände aus Beton und Glas hatten aber bereits viel Anerkennung gefunden. So wurde daraus auch die tragende Idee seiner Entwürfe für die weitaus größere Berliner Gedächtniskirche. Sein Vorschlag, auf dem stadträumlich schwierigen Breitscheidplatz nicht ein einzelnes Kirchengebäude, sondern eine unregelmäßig angeordnete Gebäudegruppe zu errichten, war vielleicht als einziger der neun Wettbewerbsentwürfe geeignet, schließlich auch den Ruinenturm der alten Kirche auf überzeugende Weise zu integrieren – obschon Eiermann unter den Wettbewerbsteilnehmern zu denen gehört hatte, die auch diesen noch verbliebenen, letzten Bauteil der alten Kirche als nicht erhaltenswert und für die neue Mitte West-Berlins nicht passend ansahen. Dr. Gerhard Kabierske, langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau (SSAI) in Karlsruhe, welches unter anderem Eiermanns umfangreiches Werkarchiv verwahrt und zugänglich macht, ist ein exzellenter Kenner von Leben und Werk dieses Architekten und wird es an diesem Abend vorstellen.


Für diese Veranstaltung gilt 2 G und FFP2-Maskenpflicht, der Eintritt ist frei.
Bitte melden Sie sich bis 9.12. an.