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Einführungsvortrag zu „The Armed Man“ von Karl Jenkins

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NOV

Datum Dienstag, 12. November 2019, 19:00 Uhr
Ort
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin, Deutschland

„The Armed Man“ – die Friedensmesse von Karl Jenkins. Werkeinführung von Prof. Dr. Christoph Markschies, Humboldt-Universität zu Berlin, anderthalb Wochen vor der Aufführung am 23.11.2019 um 18 Uhr in der Gedächtniskirche

„Dass Religion und dass die Religionen ihren besonderen Anteil am Morden und Schlachten hatten, wird niemand bestreiten können“, sagt Prof. Dr. Christoph Markschies, der sich seit Jahren intensiv mit „The Armed Man“ auseinandergesetzt hat. Jenkins‘ Komposition aus dem Jahr 2000 konfrontiere mit der Frage, in welcher Form sich die Religionen gemeinsam für den Frieden einsetzen können.

Als Jenkins kurz vor der Jahrtausendwende seine „Mass for Peace“, seine Friedensmesse komponierte, standen die Kämpfe zwischen serbisch-orthodoxen Christen und sunnitischen Muslimen im postkommunistischen Jugoslawien erschreckend vor Augen. In der Messe erklingt gleich nach dem Auftaktstück „L’homme armé“, einem Soldatenlied aus dem mittelalterlichen Frankreich, der Muezzinruf, wie er in der arabischen Welt Tag für Tag von den Minaretten und in den Gebetsversammlungen zu hören ist: „Allahu akbar“, „Gott ist groß“. Diesem friedlichen Gebetsruf der Muslime – nur missbräuchlich wurde er zum Kampfruf fanatisierter Attentäter pervertiert – folgt unmittelbar einer der klassischen Gebetsrufe der Christen, das „Kyrie eleison“, das „Herr, erbarme dich“, und dann Psalmverse aus der jüdischen Gebetstradition. Weitere Texte stammen von Rudyard Kipling und Jonathan Swift, aus dem alten Indien sowie von einem Augenzeugen der Atombombe auf Hiroshima, der wenige Jahre danach an Leukämie verstarb. Insgesamt erwartet die Zuhörerinnen und Zuhörer viel musikalisch nachgestaltete Dramatik des Krieges, bevor nach dem Höllenlärm Stille ausbricht – die furchtbare Stille nach der Schlacht. Den Abschluss bildet die Textcollage „Besser ist Frieden“: „Läutet ein tausend Jahre Frieden; läutet ein den Tapferen und Freien, das größere Herz, die freundlichere Hand“.

Zur Einstimmung auf die Aufführung von „The Armed Man“ in der Gedächtniskirche erläutert Christoph Markschies, Professor für Kirchengeschichte in Berlin, die historischen Zusammenhänge der Texte, die der walisische Komponist Sir Karl Jenkins spannungsvoll zu einer Zeitreise durch die Jahrhunderte und zu einer leidenschaftlichen Bitte um den Frieden verbunden hat.

Die Friedensmesse erklingt am 23. November 2019 um 18 Uhr unter der Schirmherrschaft des britischen Botschafters in Deutschland, Sir Sebastian Wood, als internationales Gemeinschaftsprojekt mit den Universitätschören von Saarbrücken und Luxemburg sowie der US-amerikanischen Sopranistin Suzanne Dowaliby. Das „Allahu Akbar“ wird gemäß der Vorgabe von Jenkins von dem aus dem Irak stammenden muslimischen Sänger Anas Alsamarrae angestimmt. Die Leitung hat Universitätsmusikdirektor Prof. Dr. Helmut Freitag.

in der Kapelle auf dem Breitscheidplatz

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