„The Armed Man – A Mass for Peace“ von Sir Karl Jenkins

23
NOV

Datum Samstag, 23. November 2019, 18:00 Uhr
Ort
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin, Deutschland
Mitwirkende
Chöre der Universität des Saarlandes und der Université du Luxembourg, Kammerensemble con nov’arco
Preis
25 €, erm. 15 €

Aufführung unter der Schirmherrschaft des Britischen Botschafters, Sir Sebastian Wood

Suzanne Dowaliby, Anas Alsamarrae,
Chöre der Universität des Saarlandes und der
Université du Luxembourg, Kammerensemble con nov’arco

Leitung: Universitätsmusikdirektor Prof. Dr. Helmut Freitag

Eintritt 25 €, erm. 15 € zzgl. VVK­-Gebühr über eventim.de und im Alten Turm


Die im Jahr 2000 uraufgeführte Friedensmesse des walisischen Kom­ponisten Karl Jenkins  ist „den Opfern des Kosovokriegs“ gewidmet.
Sie ist eine leidenschaftliche Bitte um den Frieden in der Welt mit Elementen aus verschiedenen Religionen in musikalischer Bearbei­tung. Schon zu Beginn ertönt Marschmusik, wird die Trommel zum Krieg geschlagen, marschieren die bewaffneten Männer mitten in eine traditionelle Messe mit Kyrie, Sanctus und Benedictus herein. Während in der Alten Welt galt, dass der Krieger seine Waffen an der Kirchentür oder am Tempel abgeben musste, wurden und werden im 20. und 21. Jahrhundert auch in Kirchen, in Moscheen und in Syna­gogen unzählige Menschen zu Opfern von Bombenanschlägen und von Massenmorden.
Als Jenkins seine Friedensmesse zur Feier des Jahrtausend­wechsels komponierte, standen die Kämpfe zwischen serbisch­orthodoxen Christen und sunnitischen Muslimen im postkommunistischen Jugoslawien erschreckend nahe vor Augen und damit die Frage danach, wie leider auch Religionen zur Feind­seligkeit zwischen sozialen und ethnischen Gruppen beitragen. In der Messe erklingt gleich nach dem Auftaktstück „L’homme armé“aus dem mittelalterlichen Frankreich der Muezzinruf, der in der arabischen Welt Tag für Tag von den Mina retten und in den Ge­betsversammlungen zu hören ist: „Allahu akbar“, „Gott ist groß“.
Missbräuchlich ist er auch zum Kampfruf fanatisierter Attentäter geworden. Diesem friedlichen Gebetsruf der Muslime folgt unmittelbar das „Kyrie eleison“, das „Herr, erbarme dich“, einer der klassischen Gebetsrufe der Christen, und dann Psalmverseaus der jüdischen Gebets tradition. Weitere Texte stammen von Rudyard Kipling und Jonathan Swift, aus dem alten Indien sowie von einem Augenzeugen der Atombombe auf Hiroshima. Und dazwischen immer wieder Stücke aus der Messliturgie, bis hin zu der Textcollage „Besser ist Frieden“, die den Abschluss bildet.
Unter der Schirmherrschaft des britischen Botschafters in Deutsch­land, Sir Sebastian Wood, und unter der Leitung von Universitäts­musikdirektor Helmut Freitag erklingt die Messe als internationales Gemeinschaftsprojektmit den Universitätschören von Saarbrücken
und Luxemburg sowie der US­amerikanischen Musicalsängerin Suzanne Dowaliby. Das „Allahu akbar“ wird gemäß der Vorgabe von Jenkins von dem muslimischen Sänger Anas Alsamarrae vorgetragen.


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