Deutsch-französischer Rundfunkgottesdienst - 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs

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NOV

Datum Sonntag, 11. November 2018, 10:00 Uhr
Ort
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz, 10789 Berlin, Deutschland
Mitwirkende
Pfarrer Martin Germer

"Nicht mehr lernen, Krieg zu führen" (Micha 4,3)

Pfarrer Martin Germer,
französische und deutsche Mitwirkende aus Berlin und von der Gemeinde des "Oratoire du Louvre" in Paris,
Deutsch-franszösischer Chor Berlin, Leitung: Martin Kondzielle,
Jack Day und Helmut Hoeft (Orgel)

In der Eingangshalle der alten Kirche befinden sich mehrere Reliefs, die den Namensgeber, Kaiser Wilhelm I., im Krieg gegen Frankreich zeigen. Die Glocken der Kirche waren aus der Bronze erbeuteter französischer Geschütze gegossen. Ihre Einweihung fand am 25. Jahrestag der Schlacht von Sedan statt, die 1870 die Niederlage Frankreichs besiegelt hatte. Schmerzliche Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs. Demgegenüber ist die neue Kirche mit ihren blauen Glaswänden von Gabriel Loire aus Chartres ein deutsch-französisches Gemeinschaftswerk, entstanden noch vor dem deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1963. Im Licht dieser Glaswände soll im Rundfunkgottesdienst zum Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs bewusst auf französische Erinnerungen an diesen Krieg gehört werden, und es wird an internationale Begegnungen
schon in den 1920er-Jahren erinnert sowie an die vielfältigen Initiativen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem wiederholt kriegerisch ausgetragenen Gegensatz der beiden Nachbarländer in relativ kurzer Zeit Freundschaft werden ließen. Der Gottesdienst knüpft an die Vorträge und Begegnungen im Zusammenhang mit der Ausstellung an, die im April 2018 in der Kapelle der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche den Priester Franz Stock gewürdigt hat, der durch seinen Einsatz für die inhaftierten Résistance-Kämpfer in den Wehrmachtsgefängnissen zu einem Wegbereiter der deutsch-französischen Aussöhnung wurde.

Live-Übertragung im Kulturradio des RBB (92,4 MHz)

Bildnachweise: