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Zu denken geben: Elisabeth Schmitz und ihr Engagement gegen den Nationalsozialismus

NOV
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Zu denken geben: Elisabeth Schmitz und ihr Engagement gegen den Nationalsozialismus


Datum Montag, 23. November 2015, 20:00 Uhr
Standort Kirche
Mitwirkende
Prof. Dr. Manfred Gailus, Marion Gardei, Gerhard Lüdecke, Daniela Schadt, André Schmitz
Preis
der Eintritt ist frei

„Zu denken geben: Elisabeth Schmitz und ihr Engagement gegen den Nationalsozialismus“
Veranstaltung im Gedenken an Elisabeth Schmitz

Es wird erinnert, dass die Berliner Studienrätin Elisabeth Schmitz vor 80 Jahren ihre Denkschrift „Zur Lage der deutschen Nichtarier“ an mehrere Pfarrer der Bekennenden Kirche überreichte.

In einem Hanauer Kirchenkeller fand Gerhard Lüdecke im Jahr 2004 eine staubige Aktentasche mit der Aufschrift „Nachlass Dr. Elisabeth Schmitz“. Sie enthielt den handschriftlichen Entwurf zur Denkschrift, einem anonymen Memorandum, worin die Lehrerin Schmitz schon 1935 beeindruckend kritische Worte zur NS-Judenverfolgung fand. Schmitz lieferte nicht nur eine scharfe Analyse der bedrohlichen Lage, in der sich sämtliche „Nichtarier“ befanden. Sie war sich auch der besonderen Verantwortung bewusst, die ihr und ihren Zeitgenossen zukam. Gegen viel Ignoranz versuchte sie, die Menschen in ihrem kirchlichen Umfeld dazu zu bringen, Widerstand gegen die NS-Judenverfolgung zu leisten.

Auch heute stellen sich uns Verantwortungsfragen, die weit über unsere privaten Kreise hinausreichen. Was können wir lernen von dieser Frau, die sich in furchtbaren Zeiten nicht entmutigen ließ?

Die Veranstaltung wird Daniela Schadt, gebürtige Hanauerin und Lebensgefährtin von Bundespräsident Gauck, mit einem Grußwort eröffnen. Gerhard Lüdecke (Hanau) und der Schmitz-Biograph Manfred Gailus werden anschließend von der Wiederentdeckung der verschollenen Denkschrift berichten und den historischen Kontext ihrer Entstehungszeit um 1935 beleuchten.

Daniela Schadt, geboren in Hanau, ist eine deutsche Journalistin und die Lebensgefährtin des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Gerhard Lüdecke, Familienrichter außer Dienst und passionierter Hobby-Historiker, fand 2004 im Keller der Alten Johanneskirche in Hanau zufällig eine Aktentasche, gefüllt mit sieben Ordnern, Notizen und Unterlagen aus dem Nachlass von Elisabeth Schmitz. Darunter war die Denkschrift.

Manfred Gailus ist ein deutscher Historiker. Sein Forschungsschwerpunkt ist das Verhältnis zwischen Evangelischer Kirche und Nationalsozialismus. Er ist Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin. Seine Biographie von Elisabeth Schmitz fand eine sehr breite Aufmerksamkeit in Presse und Öffentlichkeit. Der „glänzend geschriebenen Biographie von Elisabeth Schmitz“ sei „weiteste Verbreitung zu wünschen“, urteilte Friedrich-Martin Balzer.

Pfarrerin Marion Gardei ist Beauftragte für Erinnerungskultur der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Sie war Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Dahlem und hat dort das Martin-Niemöller-Haus als Lernort über die Bekennende Kirche aufgebaut.