Auf der Ostseite des Tonnengewölbes sieht man die Prozession der Hohenzollern, links die älteren, rechts die jüngeren Hohenzollern. Dabei fehlen rechts die ersten vier preußischen Könige. Deren religiöse und philosophische Ansichten waren eher unpassend, wenn die Betonung auf dem gottgewollten Aufstieg Preußens, dem Gottesgnadentum und der Einheit von Thron und Altar liegen sollte. Schließlich war die Gedächtniskirche auch als ein Aushängeschild des Kirchenbauprogramms vorgesehen. Technisch war sie auf dem neuesten Stand. Sie verfügte über eine elektrische Beleuchtung und eine Heizung durch eine Heißwasseranlage.
Die Kosten des Kirchenbaus und der inneren Ausstattung wurden 1908 auf der Generalversammlung des Evangelischen Kirchenbauvereins mit 6.410.000 Mark beziffert. Das ist eine erstaunliche Summe, wenn man bedenkt, dass am Anfang in der Ausschreibung 650.000 Mark vorgesehen waren und Schwechten seinen Entwurf mit 900.000 Mark kalkuliert hatte.
Nach der Eröffnung 1895 war der Kostenstand schon bei 3.400.000 Mark angelangt.
Finanziert wurde das Bauunternehmen durch Spenden, allen voran das Kaiserhaus mit 910.000 Mark. Neben Vereinen und Gemeinden sind prominente Namen wie Siemens, Wertheim, Krupp und Mendelsohn-Bartholdy auf der Spenderliste ebenso vertreten, wie einfache Handwerker, Kaufleute oder Rentner.
Entgegen sonstiger kirchlicher Gepflogenheiten befand und befindet sich die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche nicht im Besitz der Gemeinde, sondern sie gehört der im Jahre 1904 vom Kirchenbauverein gegründeten Stiftung. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde ca. 30.000 Mitglieder. Das Grundstück gehört der Stadt Berlin.