Die Gedenkhalle in der Turmruine: Von glorifizierender nationaler Selbstdarstellung hin zum integrativen Erinnern.
Von der Alten Kirche erhalten und heute für Besucherinnen und Besucher zugänglich ist lediglich die Turmruine mit der Gedenkhalle. Die Gedenkhalle zieht mit ihren wunderschönen erhaltenen Mosaiken heute zahlreiche Besucher:innen an.
Schon der Name der Kirche verweist auf die ursprüngliche Intention der Alten Kirche, von der heute noch die Ruine zeugt. Dem „Andenken des Hochseligen Kaiser Wilhelm I.“ ist die Kirche geweiht. Die Grundsteinlegung fand am Geburtstag des verstorbenen Kaisers statt und die Einweihung am 25. Jahrestag der Sedansschlacht. Eine Erinnerung an den Höhepunkt des militärisch-politischen Geschehens und Wirkens von Wilhelm I., der ansonsten eher als Selbst-Inszenierer und weniger als Inbegriff eines Herrschers, der das Wohl der anderen im Blick hatte, in die Geschichtsbücher einging.
Die ursprüngliche Eingangshalle in die kaiserzeitliche Kirche war seinerzeit bereits als „Gedächtnißhalle“ konzipiert. Heute noch sind die kostbaren Mosaiken und Marmorreliefs enthalten, wenn auch mit sichtbaren Rissen, die auch als Brüchigkeit dieser monumentalen Sicht gedeutet werden können.


