Der Umgang mit der Kirchenruine und die zukünftige Gestalt der Gedächtniskirche waren umkämpft in der Nachkriegszeit.
Zwischen 1947, als diesbezügliche Debatten losgingen, bis zur Fertigstellung des vom Architekten Egon Eiermann entworfenen Gebäudeensembles 1963 lag ein langwieriger und ergebnisoffener Aushandlungsprozess. Es waren mehrere, zum Teil grundverschiedene Ideen im Umlauf: von einem rekonstruktiven Wiederaufbau der ursprünglichen Kirche, über eine Kombination aus Alt und Neu, bis hin zu einem Neubau in modernen Bauformen. Dabei ging es nicht nur um die zukünftige Gestalt der Kirche, sondern auch um die städtebaulich-architektonische Entwicklung des Platzes, auf dem die Kirchenruine stand, der 1947 in den Breitscheidplatz umbenannt wurde. Durch seine repräsentative Lage im West-Berliner Zentrum kam diesem Areal im Kontext des Kalten Krieges und der Teilung Berlins eine besondere stadtgestalterische und symbolpolitische Bedeutung zu.


