Gedenken an die Novemberpogrome 1938 I "Hymne an die Namen"

Montag, 09.11.2026 18:00 Uhr
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, vor 88 Jahren, wurden in Berlin und in vielen Städten Deutschlands Synagogen in Brand gesetzt. Jüdische Geschäfte und Einrichtungen wurden demoliert und geplündert, Jüdinnen und Juden verschleppt, misshandelt, vergewaltigt und getötet. Nicht nur, dass es passierte, war schlimm - schlimm war auch das Schweigen der christlichen Mehrheit im Land. Dieses Schweigen gab den Nationalsozialisten eine Art Erlaubnis, ihr Vorhaben der Entrechtung, Ausgrenzung und letztlich Vernichtung jüdischer Menschen in Deutschland in die Tat umzusetzen.

An diesem Abend erinnern wir an die Namen und das Schicksal der Menschen, die in der unmittelbaren Nachbarschaft der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche gelebt haben und deren Geschäfte geplündert und zerstört wurden.

In der „Hymne an die Namen“, ein konzertantes Gedenken, singt die Mezzosopranistin Kim Seligsohn ihre Namen, bringt sie in Erinnerung – als Versuch, dem Unfassbaren einen Klang zu geben. Solange die Namen „im Leben sind“, sind die Toten nicht vergessen.

Kim Seligsohn wurde in Bremen geboren. Ihr Weg führte sie über viele Umwege nach Berlin. Dass sie heute gegenüber der Wohnung lebt, aus der ihre Großmutter Marianne von den Nazis abgeholt, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde, erfuhr sie erst später. Die Idee zur „Hymne an die Namen“ entstand aus dem Bedürfnis, ein persönliches Gedenken zu gestalten, das die individuellen Geschichten der Opfer mit ihren Namen in den Vordergrund stellt. Sie kam bereits u.a. im Jüdischen Museum, Maxim-Gorki-Theater und in der Mall of Berlin zur Aufführung.

(Das Foto zeigt Aufräumarbeiten am 10. November 1938 vor dem jüdischen Geschäft "S. Kaliski und Co" in der Tauentzienstr. 7b/Ecke Nürnberger Str., heute Uniqlo)

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