Das Foyer-Haus ist das vierte Gebäude des neuen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchen-Ensembles.
Das Foyer der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche hat die Anmut einer architektonischen Skulptur. Wie alle Gebäude des Eiermann-Kirchenensembles dringt einzig das Licht von außen ein. Die Schatten der äußeren Betonwabenfassade reflektieren auf die innen gelegenen Milchglaswände und prägen wesentlich das Raumerlebnis im inneren - durch und durch konzentriert auf die Architektur selbst. Die vier Gebäude des Eiermann-Kirchenensembles sind variationsreich aufeinander abgestimmt. Die Kapelle wie das Foyer-Haus sind besonders von der traditionellen japanischen Architektur inspiriert: Der kontemplative Charakter des Foyers mit stark eingeschränktem Außenbezug, das Schattenspiel der Betonwaben auf den Milchglasfenstern, die parzellenartige Raumstruktur im Erdgeschoss mit den offenen Glasfronten und dem Rundlauf sowie das Untergeschoss mit dem oberen Fensterband markieren derartige Inspirationsquellen.
Die architektonischen Besonderheiten des Kirchenensembles kommen im Foyer besonders gut zu Geltung, das ohne feste Nutzungsbestimmung gewissenmaßen einen selbstreferenziellen Charakter bekam. Einst als Sakristei vorgesehen, ist das Gebäude über einen ebenerdigen und unterirdischen Gang direkt mit der Kirche verbunden, verlor jedoch den Anschluss, als man beschloss, die Sakristei im Untergeschoss der Kirche zu situieren. Zeitweise wurde das Foyer vom Missionarischen Dienst genutzt.
Seit ein paar Jahren wird das Haus vom CCA Berlin | Center for Contemporary Arts für Ausstellungen, Performances und Talks bespielt und hat damit seine Bestimmung als Kulturort gefunden. Zukünftig ist außerdem ein Café geplant.
