Das Foto zeigt Detailansicht der Heizungsanlage im Keller der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Gerald Zabel

Energetische Sanierung und Modernisierung der technischen und sanitären Anlagen

Die Zentrale der gesamten Gebäudetechnik sowie der sanitären Anlagen befindet sich im Kirchenbauch und führt von dort über Leitungen und Rohre in die einzelnen Gebäude. 

Nach über 60 Jahren sind die Wasserleitungen und Elektroleitungen veraltet. Immer wieder kam es zu Verstopfungen und Wasserschäden in den Gebäuden. Die kaum zugänglichen Entwässerungs-Rohre werden gereinigt und erhalten eine neue Innenverkleidung aus einem Harzgemisch, mit der die Dichte dauerhaft wiederhergestellt werden kann, ohne in das gesamte Podium und die Bauten eingreifen zu müssen.
Die Elektroleitungen werden dort, wo sie zukünftig noch benötigt werden, nach aktuellen Brandschutzvorgaben neu verlegt.
Die Kirche ist mit einer alten Fußbodenheizung in dem Betonboden ausgestattet, die schwer zu regulieren ist, sodass sie starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Während der kalten Jahreszeiten erhitzt sich die Heizung schnell zu stark und nur durch Zuluft und Abschalten kann die Raumtemperatur abgekühlt werden. Der Energieverbrauch dabei ist hoch. Durch die Modernisierung der Pumpentechnik sowie durch Temperatursensoren können die Temperaturen zukünftig gezielter nach Außentemperaturen reguliert werden, sodass der Energiebedarf stark reduziert werden kann. 
Das Dach der Kirche erhält eine neue Dämmschicht, die dazu beiträgt, das Raumklima zu halten. 
Gleichzeitig werden über die Wärmepumpen zukünftig Lüftungsanlagen betrieben, die zur Optimierung des Raumklimas beitragen. Das moderatere Raumklima nach der Sanierung wird auch der Schuke-Orgel von 1963 zugutekommen, die unter den starken und häufigen Temperaturschwankungen und der extremen trockenen Hitze, die oft im Kirchenraum entsteht, leidet. Die Bauphase wird für eine umfassende Reinigung, Überholung, und Erweiterung des Instruments genutzt.
Die Gedenkhalle der Turmruine erhält eine neue mechanische Lüftungsanlage, die für die erforderliche Luftqualität sorgt und zugleich die Temperierung des Raums übernimmt.
Im Foyergebäude funktioniert die Fußbodenheizung im Erdgeschoss kaum noch. Im Zuge der Sanierung wird sie wiederhergestellt. Die Lüftungsanlagen werden mit modernen Wärmerückgewinnungs-Systemen und integrierten Wärmepumpen betrieben, die zur Optimierung des Raumklimas und der Energieverbräuche beitragen.

Das Foto zeigt eine Detailansicht der Heizungsanlage im Keller der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Gerald Zabel
Detailansicht der Heizungsanlage im Keller der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche.
Das Foto zeigt eine Kamerafahrt durch das Rohsystem der Kirche. Jutzy Haustechnik Service GmbH
Eine Kamerafahrt durch das Rohrsystem der Kirche.
Das Foto zeigt den Ingenieur während der Pressekonferenz. Robert Recker

"Das Herausfordernde an der bisherigen Planung war zunächst, die sehr speziell in die Gebäudestruktur integrierte Versorgungstechnik überhaupt zu verstehen. Sie ist selbst Teil der Bau- und Nutzungsgeschichte der Gedächtniskirche und wurde über Jahrzehnte immer wieder verändert und an neue Anforderungen angepasst. Da große Teile nicht sichtbar und teilweise unterirdisch geführt sind, mussten wir in Archivunterlagen und vor Ort recherchieren, um die technischen Zusammenhänge zu verstehen. Das war echte Detektivarbeit. Gleichzeitig galt es, technische Verbesserungen zu entwickeln, die diesem geschichtsträchtigen Bauwerk gerecht werden und seinen Charakter bewahren. Mit anderen Projekten ist diese Aufgabe kaum vergleichbar. An der Sanierung der Gedächtniskirche mitzuwirken, ist eine Erfahrung, die man nur einmal im Leben macht und genau deshalb ist dieses Projekt so besonders."

Martin Güzel, Ingenieur für die planbar Ingenieursgesellschaft mbH

Die Sanierung der neuen Kirche und des Glockenturms wird ermöglicht durch die Förderer und Fördererinnen:

Außerdem danken wir all den Spenderinnen und Spendern, ohne die die Sanierungen nicht möglich wären.