 | Pfarrerin Dr. Cornelia Kulawik und Pfarrer Martin Germer |
„Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis“ - das ist nicht nur der Name einer weltbekannten Kirche, sondern auch der Name einer lebendigen Innenstadtgemeinde: rund dreitausenddreihundert Evangelische im Gebiet rund um den Zoologischen Garten, zwischen Tiergarten und Lietzenburger Straße, zwischen Lützow- und Ernst-Reuter-Platz; am Ostrand des Kirchenkreises Charlottenburg, fast zur Hälfte auf Schöneberger und Wilmersdorfer Terrain gelegen.
„Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis“ - das sind auch: eine große Anzahl von Menschen, die sich dieser Kirche und ihrer Gemeinde verbunden wissen und die sich für sie einsetzen, aus ihrem Gebiet und von überallher, aus Rudow und aus Reinickendorf, aus Mitte und aus Moabit. Im Zentrum dieser Gemeinde aber steht die „Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche“, Wahrzeichen Berlins, weltweit bekannt und von Menschen aus aller Welt besucht – man schätzt: eine Million Besucher pro Jahr. „Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis“ - das ist ein für sich schon faszinierender, architektonisch herausragender Kirchenbau der Moderne, 1961 eingeweiht, der doch seine wirkliche Einmaligkeit erst aus dem spannungsvollen Nebeneinander mit der Turmruine gewinnt, die von der kriegszerstörten ursprünglichen Kirche dieses Namens übrig geblieben ist: lebendige, offene Kirche und Mahnmal zugleich.
„Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis“ - das ist wie kaum eine andere die Kirche der Berlinerinnen und Berliner. Kirche mittendrin – mittendrin im alltäglichen Trubel der City West, mittendrin bei besonderen Ereignissen in der Stadt – und eben mitten darin ein Ort der Stille, des Innehaltens und Zur-Ruhe-Kommens, des Hörens, des Gebets, ganz persönlich am Kerzenbaum oder auch in der versammelten Gottesdienstgemeinde, bei Liturgie und Predigt.
„Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis“ - das sind die Kantate-Gottesdienste mit dem Bach-Chor an jedem zweiten Samstag um 18 Uhr und auch sonst an jedem Wochenende mindestens eine hochklassige Kirchenmusik.
„Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis“ - das ist auch das „Foyer an der Gedächtniskirche“, „die andere Seite der Kirche“ mit Angeboten von Beratung und Seelsorge, von Gemeinschaft und Hilfe zur Bewältigung des Alltags, durch Mitarbeiter der Berliner Stadtmission.
Eine solche Kirche in der Obhut einer ganz normalen örtlichen Kirchengemeinde: das ist eine besondere Verantwortung, die hier seit jeher mit viel Engagement wahrgenommen wird und mit großem ehrenamtlichen Einsatz: in der Gemeindeleitung, bei der praktischen Durchführung der Gottesdienste und der kirchenmusikalischen Veranstaltungen, beim Verkauf im Alten Turm.
Finanziell geht es oft an Grenzen: Welche Beträge sind allein schon nötig, um die Kirche täglich von früh bis spät geöffnet zu halten! Energiekosten für die Heizung im Winter und mehr noch für die Kühlung des gläsernen Baus im Sommer; Stromkosten für die Strahler, die die Fenster so geheimnisvoll zum Leuchten bringen; Personalkosten, um alles in Ordnung zu halten und um in den zahlreichen Gottesdiensten und Andachten immer die Orgel erklingen zu lassen; Aufwendungen für das reichhaltige kirchenmusikalische Angebot und für die nötige Öffentlichkeitsarbeit. Die Landeskirche gibt einen Anteil dazu, doch längst nicht in dem Maße, wie hier gesamtkirchliche Aufgaben wahrgenommen werden. Im wesentlichen muss die Gemeinde aus Eigenem wirtschaften, aus ihren ganz normal nach der Mitgliederzahl bemessenen und also bei weitem nicht ausreichenden Kirchensteueranteilen, aus dem, was die Besucher in die Klingelbeutel und Opferstöcke einlegen und aus dem, was wir aus Spenden erhalten. Erforderliche Instandsetzungsarbeiten am Beton des Kirchturms und des Kirchengebäudes wären gar nicht mehr möglich gewesen, wenn es da nicht großzügige private Unterstützung gegeben hätte und die Möglichkeit, einen Teil der Kosten über Werbeplakate an den Baugerüsten einzuspielen.
„Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis“ – die Gemeinde und ihre Kirche sind offen für jeden, der kommt und der hier etwas sucht. Wir freuen uns über Ihr Interesse und sind gern für Sie da. Und damit wir das auch künftighin können, bitten wir um Unterstützung – durch Mitdenken und Mittun, durch Gebete und empfehlendes Weitersagen und natürlich auch, wenn Sie können und mögen, auf finanziellem Wege. |