Il Nido. A Pilgrimage towards Equilibrium - Installation

Veröffentlicht am Mo., 8. Apr. 2019 00:00 Uhr
Kirchengemeinde

Die Installation Il Nido der Künstlerin Sylke von Gaza kommt im Frühjahr 2019 in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche.

Il Nido ist ein großes Nest aus Treibholz, Stück für Stück gesammelt in der venezia-nischen Lagune. Im Nest liegen fünf azuropal irisierende, mund-geblasene Eier aus Glas. Sie sind unter Anleitung des Glasmeisters Silvano Signoretto auf der weltberühmten Glasbläserinsel Murano entstanden. Als Höhepunkt des Aufenthalts im architektonischen Ensemble wird Il Nido in der alten Turmruine frei und gut sichtbar hängen.
Auf Einladung des Kuratoriums der Stiftung Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wird die Installation im Rahmen einer Vernissage am Sonnabend, 27. April 2019, um 14 Uhr feierlich eröffnet und bleibt für sechs Wochen der Öffentlichkeit an diesem besonderen Ort zugänglich. Den Abschluss bildet ein Gottesdienst am Pfingstsonntag.

Öffentliche Führungen in den Turm werden jeweils samstags um 14.15 und 15.15 Uhr und sonntags 14.15 Uhr stattfinden, Treffpunkt in der Gedenkhalle im Alten Turm, zur Vernissage am 27.4. kann Il Nido zwischen 14.00 und 17.30 Uhr besichtigt werden.


Sylke von Gaza ist eine deutsche Künstlerin. Sie beschäftigt sich neben ihrem abstrakten malerischen Hauptwerk in zahlreichen Projekten mit der Wirkung von Malerei im architektonischen Raum und dem Prozess des Malens unter Einbezug der Umgebung. Von Gaza lebt und arbeitet in München, Venedig und Zürich. Auf Einladung des patriarchalen Priesterseminars Venedig stellte sie ihr Projekt Il Nido. A Pilgrimage towards Equilibrium im Rahmen der Padiglioni Paral leli zur 57. Internationalen Kunstausstellung La Biennale di Venezia 2017 im Gebäudekomplex der Basilica Santa Maria della Salute vor.
Mit der Ausstellung setzt sich die Wanderschaft des Nestes fort, die 2017 in der Basilica Santa Maria della Salute in Venedig als Teil der Biennale ihren Anfang nahm. Durch das Projekt Il Nido. A Pilgrimage towards Equilibrium wird die Geschichte einer inneren Verwandlung auf der Suche nach Selbsterkenntnis erzählt. Die Wanderschaft des Nestes soll dieses abstrakte Konzept erfahrbar machen. Bei jedem Halt tritt Il Nido mit verschiedenen Teilaspekten einer solchen in-neren Entwicklung in den Dialog. Am Ausgangspunkt der Reise des Nestes in Venedig standen die Aspekte Ursprung und Erlösung.

Beim zweiten Halt der Kunstinstallation in Berlin interessiert sich die Künstlerin für die an der Gedächtniskirche so zentralen Aspekte Frieden, Dialog und Versöhnung. Nur wenige Gebäude in Berlin zeugen von der bewegten Geschichte der Hauptstadt in einem solchen Maß wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche.
Das Berliner Wahrzeichen erzählt von vergangenem monarchischem Selbstbewusstsein, von menschlichem Leid und großer Zerstörung, aber auch von Hoffnung, Wieder-aufbau und Versöhnung. Sie ist zu einem internationalen Mahnmal gegen die Schrecken des Krieges und für Frieden und Versöhnung geworden. Auf Wunsch der Berliner Bevölkerung wurde die Ruine der alten Gedächtniskirche nicht vollständig beseitigt, sondern vom Architekten Egon Eiermann mit neuer Kirche in blauem Chartres-Glas, Kapelle und Glockenturm in ein beeindruckendes Gebäudeensemble eingebunden. So entstand eine neue, inselhafte Begegnungszone auf dem Breitscheidplatz.
Hängend in der offenen Turmruine soll Il Nido Anlass zum Innehalten, zur inneren Einkehr, aber auch zum Dialog bieten.

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Foto: © Bildarchiv Sylke von Gaza Foto Julian Bruno Vogel