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Jubiläumsschrift Altarraum
Christusfigur Fenster
Orgelempore Orte des Gedenkens
Inneneinrichtung Friese
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Jubiläumsschrift

Ende Oktober 2011 erscheint die Jubiläumsschrift:
„Egon Eiermann – Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin 1961 - 2011“

Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Kai Kappel geht in der Jubiläumsschrift der Geschichte des Neubaus der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche von Egon Eiermann, seiner Architektur und Ausstattung nach und nimmt sie als Mahnmal gegen den Krieg und Zeichen der Versöhnung in den Blick. Zugleich wird die Kirche in ihrer gegenwärtigen Bedeutung als Citykirche mit ihren Gemeinden im Brennpunkt der Stadt beschrieben.

Hier können Sie ihr Exemplar sichen und vorbestellen:

Buchankündigung als PDF
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Altarraum

Über dem Altartisch schwebt der auferstandene Christus.
Die Figur ist eine Treibarbeit aus Tombak (eine Messingart mit erhöhtem Kupfergehalt), geschaffen vom Bildhauer Karl Hemmeter aus München.
Sie misst in der Länge 4,60 m und wiegt annähernd 6 Zentner.
Altarraum mit Christusfigur
Das Altarkreuz von Peter Tauchnitz besteht aus vergoldetem Silber und ist mit 37 Bergkristallen besetzt. Links neben dem Altar in der Taufschale aus Aluminium liegen carrarische Marmorkiesel und eine kleine Majolikaschale, die das Taufwasser aufnimmt. Die hinter dem Altar stehenden 12 Kerzenleuchter erinnern an die 12 Stämme Israels, an die 12 Jünger Jesu und auch an die 12 Tore des himmlischen Jerusalems.
Altar, Kanzel, Taufschale, Kerzenleuchter, Gestühl, Lampen, Orgelprospekt und alle anderen Bauelemente des Innenraums hat der Architekt selbst entworfen und so sein Gesamtkunstwerk geformt.

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Christusfigur

Schwebende Christusfigur von HemmeterÜber dem Altar befindet sich eine Arbeit des Münchener Künstlers Karl Hemmeter. Bischof D. Dr. Dibelius hat diese Plastik gespendet. Es handelt sich um eine Treibarbeit aus Tombak, einer messingähnlichen Legierung.
Höhe: 4,60 m, Gewicht: 6 Ztr.
Die Plastik stellt den auferstandenen Herrn dar. Mit ihren zum Segen erhobenen Händen bildet die Gestalt des Körpers die Form eines Kreuzes.

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Fenster

Gabriel LoireFür die Gestaltung der farbigen Glaswände konnte Egon Eiermann den französischen Glasmaler und Künstler Gabriel Loire aus Chartres gewinnen.

Die Glaswände sollen "Würde und Geist des Sakralen wie die gotischen Kathedralen" ausstrahlen.
Zur Herstellung der Glaselemente aus dicken, farbigen zugeschlagenen Glasscheiben wurde ein besonderes Verfahren entwickelt.


GlasmosaikbausteinDie Glasmosaikelemente wurden in Beton gefasst und in die großformatigen Betonwaben-Fertigteile eingesetzt.
Alleine für das Oktogon des doppelwandigen Kirchengebäudes mussten über 16.000 bunte Glasmosaikelemente hergestellt werden.





Insgesamt wurden in Loires Werkstatt in Chartres über 30.000 Glasmosaikscheiben nach vorherigen Zeichnungen erstellt und in den großen Betonwabenfertigteilen zusammengefügt, die dann nach Berlin transportiert und in das Stahlgerüst eingefügt wurden.
Glasfassade (Ausschnitt)
Vorherrschend hat Loire Glasscheibenstücke in verschiedenen Blautönen verwandt, die der Kirche ihr typisches Licht geben. "Blau ist der Friede, rot ist die Freude", hat er einmal zu seiner Farbauswahl gesagt.


Mehr über Gabiel Loire... (PDF)
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Orgelempore

Freistehend vor den Oktogonwänden wurde die Orgelempore in einer Stahlkonstruktion errichtet. Die Seitenansicht der Konstruktion oberhalb der Treppenaufgänge assoziiert einen in Anbetung knieenden Menschen und korrespondiert mit dem Vordach vor dem Haupteingang.

Die nebenstehende Entwurfszeichnung sah noch Flügeltüren vor der Orgel vor.
Prof. Ernst Bittcher hat in dieser Zeichnung anlässlich seines Vortrages am 21.9.2005 über den Bau der Orgel und seine Begegnungen mit Egon Eiermann nachträgliche Kolorierungen zur erleichterten Illustration angebracht.





Unter dem durch ihre Stahlstützen begrenzten Teil der Orgelempore befindet sich mit einem Windfang der Eingangsbereich der Kirche zwischen Außentür und den Glastüren zum Innenraum. Die Orgelempore ragt mit elegantem Schwung wie ein Balkon weit in den Kirchenraum hinein.

Die Orgel wurde von der „Firma Schuke Berliner Orgelbau“ gebaut, nach der Einweihung der Kirche 1962 fertiggestellt, 2005 saniert und hat eine mechanische Traktur, 4 Manuale, 1 Pedal, 64 Register, 5000 Pfeifen und 256 wählbare Registerkombinationen, die sich elektronisch abrufen und durch ein Diskettenlaufwerk noch vervielfachen lassen.

Von der unteren Ebene der Orgelempore, die einem kleineren Orchester Raum bietet, steigen die Stufen der Chorpodeste zur Orgel empor. Von hier aus singen die Chöre während der Gottesdienste. Hier finden auch das Bach-Collegium und der Bach-Chor während der Aufführung der Bach-Kantaten Platz.

Die Orgel wurde in fester Verbindung mit der Orgelempore errichtet. Egon Eiermann nahm auch auf die äußere Gestaltung der Orgel starken Einfluss. Handskizze spanische TrompetenDie spanischen Trompeten gehen auf einen Urlaubsaufenthalt Eiermanns auf Mallorca zurück.
Bei einer Orgel in Palma hatte er spanische Trompeten gesehen.
Solche „Ottos“ wünschte er auch für die Orgel der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche!

Der Realisierung dieses Wunsches waren dann Planungsänderungen der Orgelbaufirma Karl-Schuke geschuldet. Ansonsten überließ Eiermann die Klanggestaltung der Orgel aber den Fachleuten.
Dem Orgelsachverständigen Reda übermittelte Pfarrer Pohl mit der schriftlichen Bestätigung seiner Ernennung:
Blick auf Orgel und Orgelempore (blau)„Es ist aber die Bitte des Kuratoriums, dass Sie auch bei Ihrer Disposition das berücksichtigen möchten,…. nämlich auch solche Register zu schaffen, die einen weisen, feierlichen andachtsmäßigen Charakter tragen…. Seine Kaiserliche Hoheit, Prinz Louis Ferdinand von Preußen, war es, der darum bat, das auch Register mit romatischem Klangcharakter enthalten sein möchten…. Es wäre sehr schön, wenn der Charakter der Orgel dem gedämpften Licht, das wir durch unsere besondere Verglasung, die in blauen Tönen gehalten ist, entsprechend erreichten, dass eine Sinfonie von Klang, Atrmospäre und Farbe entsteht.“

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Orte des Gedenkens

An der Nordseite des Kirchraums erinnert eine Bronzetafel mit Kruzifixus (Spanien, 13. Jhd.) an die evangelischen Märtyrer aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Daneben hängt die von Kurt Reuber zu Weinachten 1942 im Kessel von Stalingrad (heute Wolgograd) gezeichnete Madonna von Stalingrad mit ihrer Botschaft „Licht, Leben, Liebe – Geborgenheit“. Kopien der Zeichnung  befinden sich in einer Kapelle in der Kathedrale von Coventry und in der Russischen Orthodoxen Kathedrale von Wolgograd.

(Abbildung m. freundlicher Genehmigung d. Lutherischen Verlagshauses Hannover)


Vor der Stalingradmadonna steht auf einem Podest eine geschnitzte Madonnenikone, die Erzbischof Pimen aus Wolgograd 1989 der Gemeinde geschenkt hat.

Gedenkveranstaltung mit Konzert und Lesung am 8. Mai 2005
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Inneneinrichtung

Fußboden :
Er ist aus glasierten kreisrunden Keramikplatten von verschiedener Farbe und Größe zusammengesetzt, gleichsam Abbild für die Gemeinde mit ihren vielen Einzelmenschen, unterschiedlich nach Herkunft, Alter, Bildung, Hautfarbe und Kultur, die aber in der Feier des Gottesdienstes eine Gemeinschaft und eine Einheit werden.

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Friese

Paul Dierkes, geb. 04. August 1907 - 25. März 1968, hat in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche die Friese über den Türen und das Kreuz auf dem neuen Turm geschaffen,

sowie in Berlin

eine Stele im Klinikum Virchow,
eine Wand im Heinrich-Hertz- Institut,

sonst:

eine Wand im Theater in Gelsenkirchen,
eine Madonna vor dem Kloster Ottobeuren,
eine Kugel vor dem Oberlandesgericht in Hamm,
eine Großplastik "aufbrechende Frucht" vor dem der Universitätsklinik Köln,
Plastiken vor dem Kanzler-Bungalow in Bonn
und nicht zuletzt den ursprünglichen Entwurf der Kugel für die Gedächtniskirche,
der auf dem Dulles-Airport in Washington aufgestellt wurde.

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