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Kurzinformation zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche
  • Grundsteinlegung der alten Kirche am 22. März 1891
    (Geburtstag Kaiser Wilhelms I.)
  • Einweihung der alten Kirche am 1. September 1895
    („Sedanstag“)
  • Erbauer: der Königliche Baurat Schwechten
  • Zerstört am 23. November 1943, bis zur Ruine ausgebombt im April 1945
  • Grundsteinlegung für den Neubau am 9. Mai 1959
  • Richtfest am 16. Dezember 1960
  • Glockenweihe am 19. Juli 1961
  • Einweihung am 17. Dezember 1961 durch Bischof D. Dr. Dibelius
  • Erbauer: Prof. Dipl.-Ing. Dr. h. c. Egon Eiermann, Karlsruhe
  • Fertigstellung des Foyers und der Gemeindekapelle im Dezember 1963


Die Türme
Höhe des alten Turms vor der Zerstörung 113 m
Höhe des alten Turms nach der Zerstörung 71 m
Höhe des neuen Turms 53 m
Höhe des Kreuzes auf dem neuen Turm 2,5 m
Höhe des Kreuzes auf dem neuen Turm mit Kugel und Stab 8 m

Die Glocken
Im neuen Turm hängen 6 Bronzeglocken, gegossen von der Glockengießerei Gebr. Rincker in Sinn (Dillkreis). Die größte Glocke hat ein Gewicht von 5.600 kg. Alle Glocken zusammen wiegen 17.000 kg. Die Inschrift der großen Glocke lautet: "Eure Städte sind mit Feuer verbrannt." - Jesaja 1,7 - "Aber mein Heil bleibt ewiglich, und meine Gerechtigkeit wird kein Ende haben:' - Jesaja 51,6

Im alten Turm befindet sich ein Glockenspiel, dessen Motiv Prinz Louis Ferdinand von Preußen komponiert hat. Dieses Glockenspiel ertönt zu jeder vollen Stunde.


Die neue Kirche

Die Wände
Das charakteristische Element der neuen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche sind die doppelten Wände. Innen- und Außenwand sind nach dem gleichen Prinzip konstruiert: In ein Stahlskelett sind Betonfertigteile eingefügt. In diese Betonfertigteile sind dann in Beton versprosste Gläser eingelassen, die aus der Werkstatt des Meisters Gabriel Loire in Chartres stammen. Zwischen den beiden Wänden liegt ein Zwischenraum von 2,45 m. Hier sind die Lichtquellen angebracht, die bei Dunkelheit ihr Licht durch die Gläser sowohl der Innen- wie auch der Außenwand werfen. Diese doppelwandige Konstruktion wurde auch deshalb gewählt, um den Straßenlärm vom Innern des Gotteshauses fernzuhalten. Die in Betonwaben versprossten Gläser zieren auch den neuen Turm, der allerdings nur aus einer Glaswand besteht. Im neuen Turm und in den beiden Wänden der eigentlichen Kirche sind insgesamt 22.570 einzelne Glasfelder eingebaut.

Der Innenraum
Die Kirche hat bei geöffneten Seitenvorhängen ca. 1.000 Sitzplätze.
Durchmesser des Innenraums 35 m; Höhe des Kirchenschiffes 22 m

Der Fußboden
Der Fußboden ist teils aus farbig glasierten, teils aus unglasierten, runden Keramikplatten hergestellt.

Die Taufschale
Die Taufschale ist eine mit Kieseln aus Carrara-Marmor  gefüllte Leichtmetallschale, hergestellt von der Firma Becker in Sinn. Wie der Altar, die Kanzel, das Gestühl und weitere Einrichtungsgegenstände wurde sie vom Architekten Egon Eiermann eigens für diese Kirche entworfen.

Die Orgel
Die Orgel ist von der Orgelwerkstatt Schuke in Berlin-Lichterfelde gebaut worden. Sie hat eine mechanische Traktur und eine elektrische Registrierung. Sie besteht aus rund 5.100 Pfeifen (darunter ca. 170 spanische Trompeten), 63 Registern, 4 Manualen und Pedal. 2005 wurde die Orgel vollständig überholt.

Die Christus-Figur
Über dem Altar befindet sich eine Arbeit des Münchener Künstlers Karl Hemmeter. Bischof D. Dr. Dibelius hat diese Plastik gespendet. Es handelt sich um eine Treibarbeit aus Tombak, einer messingähnlichen Legierung. Höhe: 4,60 m, Gewicht: 6 Ztr. Die Plastik stellt den auferstandenen Herrn dar. Mit ihren zum Segen erhobenen Händen bildet die Gestalt des Körpers die Form eines Kreuzes.

Das Märtyrerkreuz
In der Kirche erinnert ein spanischer Kruzifixus an die Märtyrer aus dem Bereich der evangelischen Kirche während des Nationalsozialismus. Es ist ein Geschenk von Bischof D. Dr. Dibelius zum 20. Jahrestag des 20. Juli 1944 mit dem versuchten Attentat auf Hitler.

Die Stalingrad-Madonna
Die 1942 in Stalingrad (heute Wolgograd) entstandene Zeichnung Kurt Reubers erinnert an die Leiden des Krieges und den Tod hunderttausender Soldaten auf beiden Seiten der Schlacht von Stalingrad. Kopien hängen in einer Kapelle in der Kathedrale von Coventry und in der russisch-orthodoxen Kathedrale in Wolgograd.

Die Gedenkhalle
Die Eingangshalle zur alten Kirche weist mit ihren zum Teil gut erhaltenen Mosaiken auf den Namensgeber, Wilhelm I., hin. Heute ist sie Mahnmal gegen den Krieg, was mit Bildern aus der Geschichte der Kirche verdeutlicht wird. Ihr zweiter Schwerpunkt ist der Gedanke der Versöhnung. Er wird durch die Christusfigur vom Altar der alten Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, das Nagelkreuz der Kathedrale von Coventry und das Ikonenkreuz der Russischen Orthodoxen Kirche verdeutlicht. Schrifttafeln und Ausstellungsstücke in Vitrinen informieren über die Geschichte der alten Kirche. In der Gedenkhalle befindet sich auch der Informations- und Verkaufstisch, an dem Kirchenführer, Postkarten und Andenken erhältlich sind.


Die beiden Nebengebäude

Das "Foyer"
(Annex an der Westseite der neuen Kirche - Richtung Kantstraße) Es enthält im Untergeschoss einen Versammlungsraum. Im Obergeschoss befinden sich mehrere Gesprächs- und Konferenzzimmer. Die Mitarbeiter des „Foyer an der Gedächtniskirche“ bieten an vier Nachmittagen in der Woche Gelegenheit zur Information, zu Gruppen- und Einzelgesprächen (seelsorgerlich, aber auch Beratung in sozialen Notlagen) und laden zu eigenen Veranstaltungen ein, z.B. jeden Dienstag zum gemeinsamen Frühstück mit einem „erfrischenden Wort“.

Die Kapelle
Die Kapelle steht auf der Ostseite des Kirchenpodests, Richtung Europacenter, hinter dem alten Turm. Der Flachbau mit umlaufendem begrünten Umgang hat 100 Plätze und war ursprünglich insbesondere für Taufen und Trauungen vorgesehen. In der Kapelle finden der Kindergottesdienst und der Familiengottesdienst statt sowie Vortragsveranstaltungen. Außerdem dient die Kapelle dem Bach-Chor und anderen Ensembles als Probenraum.
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Kirche Berlin 1961 - 2011

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